Google, oder ab in die Bibliothek?

Google, oder ab in die Bibliothek?


Frau Hayek – eine Dame mittleren Alters und Dozentin von Beruf lehrt schon mehrere Jahre Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart. Bereits seit Ihrer Studienzeit zählte sie sich zu erklärten Technologie – Gegnern. Weder die Invasion der Social Media, noch Google, nicht einmal Computer selbst konnten ihr Interesse wecken. Sie bevorzugte schon immer die ” richtigen Bücher “, in denen Papier ähnlich schwer wog, wie das darin enthaltene Wissen.

Selbst den Überzeugungsversuchen ihrer Studenten gegenüber blieb sie hartnäckig. Die ganze ‘schöne neue Welt’ der Computer war und blieb für sie ein Tabu.

Eher durch Zufall – bei einem Besuch ihrer Bibliothek – erblickte sie auf dem Bildschirm eines Computers ein bekanntes Rembrandt – Gemälde. Eines seiner bekanntesten Kunstwerke ‘ Die Anatomie des Dr. Tulp ‘.

Frau Hayek war begeistert, regelrecht an den Bildschirm gefesselt! Stunde um Stunde betrachtete sie das Kunstwerk, scrollte tief in die Feinheiten, in die feinen Pinselstriche. Betrachtete es aus einer Nähe , wie sie es im Museum oder im Buch kaum hätte erleben können. Auch andere Kunstwerke – sogar die ganze Kunstgeschichte – waren nur noch einen weiteren kleinen Tastenklick entfernt. Und dies, ohne dazu die Mühe einer Reise in die fernen Museen auf sich nehmen zu müssen!

Der Funke des Computerzeitalters hatte sie entzündet, ihre Begeisterung entfacht. Kaum verließ sie die Bibliothek, kaufte sie PC und Tablet. Um damit – daheim – Stunden um Stunden auf jeder erreichbaren Kunst – Internetseite zu surfen, tief in die Betrachtung ihrer geliebten Kunstwerke versunken.

Sie fühlte sich, als sei sie mit Sack und Pack in ihre geliebten Museen eingezogen. Und, Google half ihr von einem dieser wundervollen Kunstwerke zum anderen zu wandern. Begeistert alle Einzelheiten der handwerklichen Kunstfertigkeit alter Meister betrachten zu können.

Mehr durch einen Zufall hielt sie wenig später wieder ein Buch ihrer umfangreichen Sammlung in Händen. Ein anderes Bild eines alten Meisters hatte ihre konzentrierte Neugier geweckt. Ganz instinktiv versuchte sie es mit Daumen und Zeigefinger zu vergrößern. Als dies nicht gelang, suchte ihr Blick – ebenso instinktiv – die Tastatur am unteren Rand des Bildes.

Frau Hayek erschrak über sich selber. War schockiert über dieses Geschehnis. Hatte die viel beschriebene Internetsucht sie etwa bereits im Griff?

Entsetzt lehnte sie sich in ihrem Stuhl zurück. Ihre Gedanken rasten, beruhigten sich nur langsam. Doch schon bald zauberte sich wieder ein Lächeln auf ihre Lippen.

Google hat viele Möglichkeiten und Chancen. Doch würde sie dort nicht ‘ alles ‘ finden können. In Büchern sicher auch nicht, doch boten auch diese viele Möglichkeiten und Chancen. Nur eben oft Andere. Warum also nicht die Chancen und Möglichkeiten beider in Einklang bringen und nutzen?

Ihr Lächeln wurde breiter. Sie hatte sich ihrer Herausforderung gestellt und spürte sich gestärkt daraus hervor gegangen.

Die Autorin: Marijana Janković Hoffmann

Co – Autor: MIREN

Die Korrektur: MIREN

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